Sonntag, 29. Januar 2017

Libellen im Kopf - REZENSION

Titel: Libellen im Kopf
Autorin: Gavin Extence
Verlag: Limes
Seiten: 352
ISBN: 978-3809026341
Preis: € 19,99 [D] 
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Klappentext:
Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können … (via amazon)

Meine Meinung (Spoiler!):

"Das ist ein urmenschliches Problem, mit dem sich kein anderes Lebewesen herumschlagen muss: diese Fähigkeit, in mehreren Zeiten gleichzeitig zu leiden - die Vergangenheit zu beklagen, an der Gegenwart zu verzweifeln und die Zukunft zu fürchten." (Seite 202)
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise gratis zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür :)


Gavin Extence wurde mit seinem ersten Roman "Das unerhörte Leben des Alex Woods" berühmt und "Libellen im Kopf" ist sein zweiter Roman. In ihm erzählt er von Abby, einer Journalistin, die an einer bipolaren Störung leidet und deren Leben nach dem Auffinden ihres toten Nachbars aus den Fugen gerät. 

Ich fand das Buch angenehm zu lesen, Abby war mir direkt symphatisch und auch Beck, ihren Freund, fand ich ziemlich witzig. Das Buch beginnt allerdings etwas seltsam, denn Abby entdeckt ihren Nachbarn Simon tot in seiner Wohnung und anstatt die Polizei zu rufen, raucht sie erstmal eine Zigarette.

Dadurch, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, kann man quasi mit Abbys Gedanken auf Reise gehen. Ich muss aber sagen, dass ich sie nicht direkt als psychisch "gestört" wahrgenommen habe, ihre Gedankengänge erscheinen mir logisch.

In manchen Situationen kam dann aber doch das Manische durch und Abby tat Dinge, die kein Mensch normalerweise tut. Trotzdem erschien sie mir bis zu dem Aufenthalt in der Klinik nicht unbedingt "krank". Generell ist Abby eingentlich eine sehr liebe Person, die spontan ist und ihr Leben eher im Jetzt lebt, als über die Konsequenzen nachzudenken.

Es gab allerdings zwei Sachen, die mich überrascht haben und die ich bis jetzt nicht verstehe: einmal, dass Abby in der Klinik den Wunsch hegt, sich umzubringen. Natürlich ist sie, nachdem die ganzen Betäubungsmittel nach und nach abgesetzt werden, mit ihrem Schmerz konfrontiert, aber mir kommt das einfach zu plötzlich, es wird irgendwie nie ein direkter Grund dafür genannt.
 Und dann ist da noch die Sache mit dem Titel. Ich find ihn zwar schön, aber ich versteh den Zusammenhang nicht. Sollen die Libellen ausdrücken, dass die Gedanken fliegen und schnell durcheinander sausen? Sollen sie generell für das "Durcheinander" in Abbys Kopf stehen? Der Orginaltitel "The Mirror World of Melody Black" passt, meiner Meinung nach, sehr viel besser.

Insgesamt war "Libellen im Kopf" ein schönes Buch, dass sich leicht hat lesen lassen, mich aber nicht vom Hocker gehauen hat. Mir hat an manchen Stellen einfach der Tiefgang und eine genauere Beschreibung von ihren Gefühlen gefehlt, deswegen 3 von 5 Sternen :)

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